AIDS-Aufklärung in Afrika


Bericht über die Projekte zur AIDS-Aufklärung in Afrika

Mitte Juli 2004 ist in Bangkok die Internationale-Aids-Konferenz zu Ende gegangen. Der Friedensnobelpreisträger und ehemalige Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, hat sie mit einem eindringlichen Hilfsappell beendet. "Die Geschichte wird ein hartes Urteil über uns fällen, wenn wir Aids nicht mit allen verfügbaren Energien und Ressourcen bekämpfen." Angesichts der Bedrohung eines ganzen Kontinents, erscheint die Arbeit einzelner Hilfsorganisationen oder engagierter Menschen als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das westafrikanische Projekt, initiiert von einer Frau aus einer schwäbischen Provinz, könnte so gewertet werden. Und doch beweist der hier zu lesende Erfahrungsbericht genau das Gegenteil: Hilfe ist möglich. Auch kleine Schritte zählen.

Unterwegs zu Fuß und mit dem Fahrrad

Mit dem Fahrrad, zu Fuß und Eselkarren oder
in abenteuerlichen Fahrzeugen unterwegs zur
AIDS-Aufklärung in westafrikanischen Dörfern

Zwischen September 2003 und März 2004 (über den Winter) reiste Regina Fährmann mit afrikanischen Mitarbeitern auf dem Land in Burkina Faso und Mali von Dorf zu Dorf. Zu den Bewohnern dieser Gegend hat Frau Fährmann schon seit einigen Jahren eine starke Verbindung. Immer abends baute die kleine Gruppe das Bühnenzelt unter den staunenden Blicken der Dorfbevölkerung so auf, dass bei Anbruch der Dunkelheit das Schattentheater "Glück im Unglück" in der jeweiligen afrikanischen Sprache gespielt werden konnte. Zwei starke Taschenlampen dienten als Lichtquelle. Hunderte folgten fasziniert, lachend oder in staunend konzentrierter, stummer Aufmerksamkeit der Geschichte vom armen Bauern, der sich in der Stadt, in der er Geld zum Überleben seiner Familie erarbeiten will, an AIDS infiziert. 2001 traf im afrikanischen Bobo Regina Fährmann auf den Schneider und Schauspieler Clement Kafando. Seitdem sind sie mit dem Schattentheater unterwegs.

Schauspieler Clement Kafando

Schneider und Schauspieler Clement Kafando

Clement Kafando und Regina Fährmann hatten bereits im Vorjahr mit ihrer Aufklärungsarbeit in Burkina Faso begonnen. Dank der finanziellen Hilfe des "Förderkreis AIDS-Aufklärung in Afrika e. V." spielten sie mit jungen Leuten aus dem Dorf Bilgo in der Umgebung von Ouagadougou, der Hauptstadt des Landes. Ein großes Lob für diese Arbeit kam von PROMACO, einer amerikanischen AIDS-Hilfsorganisation. Sie beglückwünschte zu dieser Art, den Menschen vor Augen zu führen, wie sie sich vor AIDS schützen können. Für weitere Tourneen gab es Kondome. Nach Einzelgesprächen im Anschluß an die Aufführungen verteilte Clement Kafando sie an Zuschauer.

SANMOUROU (d.h. Regenbogen) die Gruppe, die seit 2001 – auch ohne Regina Fährmann – in Ouahabou und in seiner Umgebung verschiedene Schattentheaterstücke aufführt, setzte im Februar 2004 ihre Tournee mit "Glück im Unglück" fort. Sie reiste in weiter entfernt liegende Dörfer, in denen Dioula gesprochen wird. Die staatliche Anerkennung der Gruppe zieht sich hin, doch ein Empfehlungsschreiben des Kulturministers des Landes kann hoffentlich das langwierige Verfahren kürzen helfen.

Einen engagierten Mitstreiter fand Regina Fährmann in dem malinesisches Theaterwissenschaftler und international bekannte Schauspieler Prof. Hamadoun Kassougue. Beide trafen sich erstmals 2001 in Mali. Sie verabredeten eine Tournee im Dogongebiet. Durch diese Initiative wurde die Gruppe Dagenda (wir tun Gutes) ins Leben gerufen und bereiste dort auch abgelegene Dörfer. Die kleine Gruppe wurde nach jeder Aufführung begeistert um Wiederholung des Stücks gebeten. Am letzten Aufführungstag kamen drei afrikanische Vertreter der GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit aus Deutschland) zur Veranstaltung dazu. Auch sie beglückwünschten zur gelungenen, besonderen Art der AIDS-Aufklärung und befürworteten eine zukünftige Zusammenarbeit.

Die Gruppe Dagenda

Kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland besuchte Regina Fährmann das Straßen- und Waisenkinderzentrum A.M.P.O. in Ouagadougou. Die A.M.P.O. Puppenspielergruppe, deren Spieler aus ehemaligen Straßenkindern besteht, erarbeitete sich in wenigen Tagen die Voraussetzungen zum Schattentheaterspiel. Regina Fährmann hinterließ ihnen die Stoffbühne und das gesamte Material für "Glück im Unglück". Auch die beiden Schattenspielgruppen Dagenda und Sanmourou hatten bereits eine Zeltbühne und aus dem Innenschlauch von Lastkraftwagen hergestellte Puppen zum Stück erhalten. Zurück in Deutschland fanden zur Unterstützung dieser AIDS-Aufklärung in Westafrika mit Hilfe von Schattentheater verschiedene Projekte mit Regina Fährmann statt. Unter anderem gab es im Rahmen eine Projektwoche mit älteren Schülern, Aufführungen von "Glück im Unglück" in deutscher Sprache in der Wetterauer Waldorfschule und in der Frankfurter Waldorfschule. Das Spiel ermöglicht den Jugendlichen einen neuen Blick auf die AIDS Problematik. Das erleichtert den Einstieg in Gespräche über die eigen Situation. Ebenso ermöglicht es eine authentische Einführung in alltägliche, westafrikanische Lebensverhältnisse.
Weitere Aufführungen in Schulen in Zusammenarbeit mit AIDS-Hilfsorganisationen sind geplant.




Persönliche Informationen:

Wer Näheres zu der so dringend notwendigen Aufklärungsarbeit in Westafrika erfahren möchte, wende sich bitte an Regina Fährmann:

Ihre Spende:

Wenn Sie die Aufklärungsprojekte von Regina Fährmann und den Beauftragten der Organisation unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihren Beitrag oder auch über Ihre Mitgliedschaft im Förderkreis. Eine Spendenquittung zur Vorlage beim Finanzamt ist möglich.

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    Förderkreis AIDS- und FGM-Aufklärung e.V.
    Verwendung: Initiative Regenbogen
    Bank: VR Bank Hohenneuffen-Teck eG
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    BIC: GENODES1HON